FAKTEN - JA zur PASt.-Fernthal

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FAKTEN

Ende 2011 wollte die CDU Landtagsabgeordnete Ellen Demuth es genau wissen und fragte im Rahmen einer  sogenannten "kleinen Anfrage"  die Landesregierung nach dem Grund für die Schließung der PASt. Fernthal.

Antwort der Landesregierung:

Die  Polizeiautobahnstation (PASt.) Fernthal gehört zu den vier am geringsten belasteten Polizeiautobahnstationen im Land.

Weiter hieß es:
Durch die Integration der Aufgaben und von Personal in die PASt. Montabaur kann dort eine leistungsfähige Dienststelle mit einem ausgewogenem Belastungsniveau geschaffen werden. Aus dem Personalkörper des Wechselschichtdienstes der ehemaligen PASt. Fernthal können zudem Polizeibeamtinnen und Beamte auch in neuen Funktionen, beispielsweise bei der spezialisierten Verkehrsüberwachung und der Autobahnfahndung, Verwendung finden


Wenn man die Zahlen der Verkehrsunfälle betrachtet, dann muss man an der Logik der Antworten zweifeln und vermisst den Bezug zur Realität.

Denn je Kilometer Autobahn-Einsatzgebiet, bringen es die einzelnen Polizei-Autobahnstationen auf folgende Unfallfrequenz:

 

PASt.

Dienstbezirk
in Kilometer

2010
Unfälle je km

2011
Unfälle je km

Emmelshausen

56,1 km

8,84

9,23

Fernthal

32,4 km

20,83

16,11

Kaisersesch

60,8 km

6,43

5,77

Menden

56,2 km

12,31

12,23

Montabaur

50,7 km

14,85

13,78

 

— Durchschnittlich "krachte" es in den  5 Dienstbezirken  je Kilometer  3,8 mal (2010)
    und ca. 4,5 mal (2011).

— Fernthal hielt jeweils den traurigen Rekord mit 20,8 mal (2010)
    und 16,11 mal (2011) je Kilometer.

— Auch die meisten Unfalltoten, waren 2011 im Bereich der PASt-Fernthal zu beklagen.

Warum also das ganze Theater?

Bereits zu Beginn der Diskussion gab es doch schon die nachfolgenden Fakten von kompetenter Stelle.

Es ist eine Tatsache,
dass es auf keinem Autobahnabschnitt in Rheinland-Pfalz so häufig kracht, wie bei uns im Kreis Neuwied. Vor ein paar Monaten wurde der A3 in diesem Bereich sowohl an der nördlichen als auch an der südlichen  Grenze des Kreises Neuwied eine "signifikante Häufung" von Unfällen bescheinigt  (RZ vom 16.08.2010). Weit mehr als 72.000 Fahrzeuge passieren täglich die Strecke zwischen der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen und Dierdorf - das bedeutet beinahe 100.000 Menschen. Auf der Skala der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt.) wird der Wiedtalstrecke bereits die Gefahrenstufe 3 von 4 möglichen Klassen zugeteilt. Sie ist orange auf den Grafiken dargestellt und nur noch einen Wert unter der größten Gefahrenstufe rot.

Wenn man vor diesem Hintergrund hört, ein Team von „Experten“ hat vor ein paar Wochen „ermittelt“, dass die PASt.-Fernthal für das Land Rheinland-Pfalz nicht mehr tragbar ist, dann ist man erst mal sprachlos. Auch die angedachte Alternative, dass Beamtinnen und Beamten aus Montabaur das Wiedtal "mit versorgen" könnten,  macht Kenner der Situation erst sprachlos, dann wütend. Schnelle Rettung aus Montabaur für Unfallopfer im Bereich der Wiedtalbrücke ist ein Widerspruch in sich.
Und selbst wenn vermehrt Streifen aus Montabaur gefahren würden,  zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, das wird zur bitteren Erkenntnis für Opfer und Retter werden.

Im Klartext, die Beamtinnen und die Beamten der PASt.-Montabaur kümmern sich heute bereits um die A3 von Deesen, (kurz hinter dem Dernbacher Dreieck A3/A48) bis zur Landesgrenze nach Hessen und um die A48 ab Dreieck Dernbach bis zum Autobahnkreuz Koblenz A48/A61.   Das sind ca. 60 Kilometer Autobahn, ebenfalls mit einigen Unfall-Schwerpunkten, die es in sich haben - besonders im Winter. Jetzt denkt man in Mainz ernsthaft darüber nach, den absoluten Autobahn-Unfallschwerpunkt von Rheinland-Pfalz  (A3 Westerwald / Wiedtal), auch noch in den Aufgabenbereich der PASt.-Montabaur zu integrieren.


Drei Autobahnabschnitte, mit nur noch einer Liegenschaft statt zwei, das weckt Erwartungen, dort wittert mancher "Rechenkünstler" Sparpotential. Über Sparmöglichkeiten nachzudenken  ist legitim — ja sogar Aufgabe unserer Volksvertreter.

Doch wer maßt es sich an, hier von Rentabilität zu sprechen? Wie viel ist es denn Wert, wenn ein Unfallopfer keine 40, sondern "nur" 20 Minuten eingeklemmt auf Bergung warten muss? Oder wie viel darf es kosten, so schnell wie möglich am Unfallort zu sein und die Unfallstelle zu sichern, damit die Retter schnellstmöglich die Opfer bergen können und Menschenleben retten?

Aber davon mal abgesehen, knapp 60.000 € im Jahr soll die "Ersparnis" betragen, die Mehrkosten, z.B. für größere Anfahrtswege, sind dabei noch gar nicht berücksichtigt und werden den vermeintlichen Sparvorteil noch stark reduzieren — anscheinend will die Landesregierung sparen, egal was es kostet.

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